Vögel
Auch bei diesen Patienten behandeln wir internistische Probleme wie Infektionen, Verdauungsprobleme oder Organversagen. Dazu wenden wir Röntgen und Ultraschalluntersuchungen sowie Blutentnahmen oder auch Kropfabstriche und Kotuntersuchungen an. Auch die Operationen von Tumoren, Legenot oder Frakturen sind in unserer spezialisierten Tierarztpraxis in Berlin- Neukölln möglich.
Bitte beachten Sie, dass wir keine Wildvögel (dazu zählen auch Stadttauben) betreuen können:
Die Anlaufstelle für Wildvögel ist die Kleintierklinik der Freien Universität Berlin werden. Die Kolleginnen der Uniklinik sind durch das hohe Aufkommen der Wildtiere bestens geschult im Umgang mit den Tieren und verfügen über sehr viel Erfahrung. Die Uniklinik arbeitet eng mit dem NABU zusammen, wodurch die Tiere nach Genesung fachmännisch ausgewildert werden können und in den Volieren auch Kontakt zu Artgenossen finden.
Wirtschaftsgeflügel wie zB Hühner:
Aus Gründen der verschärften Vorgaben durch den Gesetzgeber zu Umgang und Behandlung von Wirtschaftsgeflügel sehen wir uns auch leider gezwungen diese Patienten abzulehnen. Die Meldungspflicht der antibiotischen Therapie bei Hühnern erschwert individuelle Absprachen und ist für uns aus genehmigungspflichtigen Gründen nicht möglich. Wir bitten die Halter von Wirtschaftsgeflügel wie z.B. Hühnern die spezialisierten Vogelpraxen in Berlin oder das Institut für Geflügelkrankheiten der FU Berlin aufzusuchen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis!
In unserer vogelkundigen Tierarztpraxis in Berlin Neukölln behandeln wir v.a. Papageienvögel und Singvögel. Diese beiden Gruppen sind in der Privathaltung durch zahlreiche Arten vertreten, die aus unterschiedlichen Habitaten kommen und somit ganz unterschiedliche Ansprüche an die Haltung haben können. Eines haben diese Vögel aber gemeinsam, sie leben nicht gerne alleine! Sie finden sich zumindest paarweise zusammen oder leben sogar in großen Schwärmen.
Vögel, die in Schwärmen leben, zeigen ihre Erkrankung erst recht spät! Sie wollen im Schwarm nicht auffallen, Beutegreifer haben es v.a. auf schwächere Tiere abgesehen. Das macht es uns als Halter oftmals schwer einen kranken Wellensittich zu erkennen, bzw. kann man davon ausgehen, dass der Vogel die Erkrankung dann schon eine Weile mit sich herumschleppt.
Transportieren Sie Ihren Liebling geschützt vor Kälte und Wind zu uns, optimal ist ein Transportkäfig, der sich seitlich öffnen lässt und uns Tierärzte Einblick gewährt, damit wir von außen schon einmal sehen können, wie der Vogel auf der Stange sitzt und wie er sich verhält. Insbesondere für kleinere Vögel bis zur Größe eines Nymphensittichs haben sich aus unserer Sicht Transporter in Form eines Iglu-Zelts bewährt. Hier ist der Vogel geschützt, da er rausgucken kann und man nicht leicht hineingucken kann, ein Herausfangen ist durch den Reißverschluss an der Klappe sehr einfach möglich. Ein Wassergefäß kippt leicht um oder läuft aus, für den Transport reicht eine Scheibe Gurke und ein Stück von einem Hirsekolben (bei kleinen Vögeln wie Kanarienvogel und Wellensittich, große Papageien können auch eine außen angebrachte Futterschale mit Kernen bekommen). Bitte bringen Sie unbedingt eine Sammelkotprobe (eine Kotprobe von mind. 3 Tagen) mit und achten Sie darauf, dass auch weicher Kot dabei ist.
Kot- und Kropfuntersuchungen auf Infektionserreger gehören meist zur Standarduntersuchung dazu, da unsere gefiederten Freunde oftmals Parasiten oder Pilzerkrankungen mitbringen. Insbesondere bei Neuzugängen oder vor Vergesellschaftungen ist es ratsam, den aktuellen Befall mit Infektionserregern festzustellen, auch wenn noch keine Erkrankung zu erkennen ist, um eine Ansteckung anderer Vögel zu verhindern. Grundsätzlich sollte vor einer Vergesellschaftung eine Woche Quarantänezeit eingeräumt werden, um evtl. aufsteigende Krankheitssymptome zu erkennen. Wir erinnern uns: Vögel verstecken gerne, dass sie krank sind!
Neben der Erstuntersuchung werden natürlich auch Vögel mit Symptomen vorgestellt. Ein wichtiges Gebiet sind hier Atemwegsinfekte, die sowohl Lunge und Luftsacksystem als auch die vielen Nebenhöhlen der Vögel befallen können. Symptome sind hier meistens Niesen, Ausfluss aus Nasenlöchern, Schnabel oder Augen und Schwellungen im Gesichtsbereich.
Fotos: Röntgenbilder von einem Graupapagei.
Durchfallerkrankungen oder Erbrechen von Körnern können auf eine Infektion im Magen-Darm-Trakt hinweisen.
Juckreiz und Gefiederverlust kann ebenfalls durch Infektionserreger wie Parasiten oder Viren ausgelöst werden. Aber auch psychische Probleme wie Einsamkeit können hier eine Rolle spielen. Zögern Sie nicht einen Termin bei unseren vogelkundigen Tierärzten zu vereinbaren. Wir beraten Sie gerne.
Wie unsere Hühner fangen manche Hennen von Sittichen und Finken an Eier zu legen. Meistens wird dies durch Umweltfaktoren wie Tageslichtlänge, Umwerbung vom Partnervogel oder gutem Futterangebot ausgelöst, aber nicht immer. Wir stellen fest, ob eine Legenot vorliegt und beraten Sie zu einem eventuell erforderlichen chirurgischen Eingriff. Desweiteren besprechen wir im Anschluss die Haltungsbedingungen, die vielleicht zu einem Eierlegen geführt haben und besprechen auch mögliche Therapien, um ein weiteres übermäßiges Eierlegen zu verhindern.
Auch traumatische Verletzungen kommen vor. Bei aller Vorliebe für Gesellschaft, vertragen sich unsere gefiederten Freunde nicht immer miteinander und ein Schnabel kann teilweise böse Verletzungen (insb. bei Großpapageien) verursachen. Ein Freiflug in der Wohnung ist natürlich erstrebenswert. Vögel wollen und sollen fliegen! Schon allein um Verfettungen vorzubeugen. Aber auch hier gibt es Gefahren, wenn die Vögel unkontrolliert in der ganzen Wohnung fliegen. Glasscheiben werden nicht gesehen und können angeflogen werden, zuknallende Türen sind eine große Gefahrenquelle, ebenfalls andere Haustiere in der Wohnung wie Hund und Katze.
Wenn ein Vogel eine vielleicht auch blutende Verletzung hat, ist es wichtig schnell zum Tierarzt zu gehen und die Verletzungen untersuchen zu lassen. Röntgenbilder zeigen das Ausmaß von Verletzungen. Wenn nötig, werden Wunden in Narkose versorgt und genäht, Röntgenbilder angefertigt, Verbände angelegt und wir beraten Sie inwieweit eine chirurgische Versorgung z.B. bei Knochenbrüchen notwendig wird. Viele dieser Frakturen können wir auch selbst versorgen, andernfalls empfehlen wir Sie weiter an spezialisierte Kolleginnen.