Tierzahnarzt, Zahnarzt, Hund, Katze Sonnenallee Berlin Neukölln

Zahnerhaltende Operationen

Möglichkeiten zum Zahnerhalt für Hund und Katze nach den Prinzipien der modernen Oralchirurgie in der Tierarztpraxis Sonnenallee in Berlin Neukölln.

Wann lohnt sich der Zahnerhalt?

Nicht jeder verletzte oder entzündete Zahn muss gezogen werden. Man kann einen Zahn erhalten statt Ihn zu ziehen. Wenn die Zahnstruktur weitgehend intakt ist und der umliegende Kieferknochen ausreichend Halt bietet, stehen uns spezialisierte Verfahren zur Verfügung:

  • Zahnfüllung: Nach Unfällen, Abnutzungen oder bei Kariesversiegelungen schützen moderne Füllungsmaterialien das freiliegende Dentin (Zahnbein) vor Reizen und Bakterien.

  • Endodontie & Wurzelbehandlung: Bei tiefen Zahnfrakturen oder abgestorbenem Gewebe reinigen und desinfizieren wir den Wurzelkanal gründlich, bevor er dicht verschlossen wird. So bleibt der Zahn fest im Kiefer verankert.

  • Vitale Pulpentherapie: Handelt es sich um eine frische Fraktur (meist unter 48 Stunden) bei einem jungen Tier, lässt sich das lebende Nervengewebe (Pulpa) oft durch eine Überkappung retten, sodass der Zahn normal weiterwachsen kann.

  • Parodontale Operationen: Bei fortgeschrittenem Parodontitis-Rückgang reinigen wir tiefe Zahnfleischtaschen chirurgisch, entfernen entzündetes Gewebe und fördern mit speziellen Präparaten die Regeneration des Zahnhalteapparats.

Sämtliche Eingriffe in unserer Tierarztpraxis in Berlin Neukölln erfolgen unter einer schonenden, genau überwachten Vollnarkose sowie mit digitalem Dentalröntgen, um das Ausmaß unter dem Zahnfleisch präzise zu beurteilen. Nach dem Eingriff erholt sich Ihr Vierbeiner schnell: Mit passender Schmerztherapie und vorübergehend weicher Nahrung ist die Heilungsphase meist unkompliziert.

Haben Sie eine Zahnfraktur oder Entzündung bei Ihrem Tier bemerkt? Lassen Sie die Zähne Ihres Lieblings in unserer Praxis in Berlin Neukölln untersuchen, um die beste Option zum Zahnerhalt zu besprechen.

Zahnerhalt Hund Katze Tierarzt Berlin Neukölln

Parodontalchirurgie

Parodontale Operationen kommen unter anderem dann zum Einsatz, wenn eine einfache professionelle Zahnreinigung nicht mehr ausreicht, um den Zahnhalteapparat (Parodont) zu retten. Das Ziel ist stets, tief sitzende Bakterienherde zu beseitigen, den Abbau von Kieferknochen zu stoppen und Gewebe im besten Fall wieder aufzubauen.

Die wichtigsten Verfahren der Parodontalchirurgie

  • Offene Wundreinigung (Flap-Chirurgie / Open Flap Debridement): Bei tiefen Zahnfleischtaschen (mehr als 3–4 mm bei Hunden) reicht der Zugang von außen nicht mehr aus. Das Zahnfleisch wird chirurgisch vorsichtig vom Knochen abgehoben (Lappenbildung). Erst dadurch werden tief liegende Konkremente, Zahnstein und infiziertes Gewebe an den Zahnwurzeln sichtbar und können unter Sicht gründlich entfernt und die Zahnwurzel geglättet werden. Anschließend wird das Zahnfleisch wieder vernäht.

  • Gesteuerte Geweberegeneration (GTR – Guided Tissue Regeneration): Hat die Parodontitis bereits zu lokalem Knochenabbau geführt, schützt dieses Verfahren den Zahnhalteapparat. Nach der Reinigung der Tasche werden spezielle resorbierbare Membranen in Kombination mit Knochenersatzmaterial eingebracht. Sie verhindern, dass das schnell wachsende Zahnfleisch in den Defekt einwandert, und geben dem langsamer wachsenden Knochen und dem Wurzelhautgewebe Zeit, sich zu regenerieren.

  • Gingivektomie & Gingivoplastik: Manche Tiere – insbesondere Hunde bestimmter Rassen oder Katzen mit chronischen Entzündungen – neigen zu Wucherungen des Zahnfleischs (Gingivahyperplasie). In diesen tiefen Zahnfleischfalten sammeln sich extrem leicht Bakterien an. Durch das chirurgische Abtragen (Gingivektomie) und Ausformen (Gingivoplastik) des überschüssigen Gewebes werden die Taschen beseitigt und die Reinigung wieder leichter möglich gemacht.

  • Mucogingivale Chirurgie: Bei freiliegenden Wurzeln oder Gewebedefekten (z. B. oronasalen Fisteln – einer Verbindung zwischen Mund- und Nasenhöhle nach schwerem Parodontitis-Schaden an den Eckzähnen) wird gesundes Schleimhautgewebe verschoben und vernäht, um den Defekt dauerhaft zu verschließen.

Endodontie und Vitale Pulpentherapie

Der wesentliche Unterschied liegt im Zustand des Zahnnervs (der Pulpa): Während bei der Wurzelbehandlung das entzündete oder abgestorbene Gewebe komplett entfernt wird, zielt die vitale Pulpentherapie darauf ab, den Zahnnerv lebend zu erhalten.

Wurzelbehandlung (Endodontie)

Zustand des Nervs: Tot, stark entzündet oder infiziert

Ziel des Eingriffs: Zahn im Kiefer erhalten, obwohl er "tot" ist

Vorgehen: Der Wurzelkanal wird komplett ausgeräumt, desinfiziert und versiegelt.

Typische Ursache: Ältere Zahnfrakturen, nach Trauma oder Infektion abgestorbene Zähne (scheinen oft dunkler).

Alter des Tieres: Meist ausgewachsene Tiere mit abgeschlossenem Zahnwachstum.

Vitale Pulpentherapie

Zustand des Nervs: Lebend, gesund oder nur minimal gereizt

Ziel des Eingriffs: Vitalität (Leben) des Zahns vollständig bewahren

Vorgehen: Das Gewebe wird desinfiziert, mit einem Schutzpräparat überkappt und verschlossen.

Typische Ursache: Frische Zahnfrakturen (idealerweise unter 24–48 Std.), geplante Zahnkürzungen z.B. durch angeborene Zahnfehlstellungen.

Alter des Tieres: Besonders wichtig bei jungen Tieren (unter 1,5–2 Jahren).

Warum ist der Unterschied für junge Tiere so wichtig?

Bei jungen Tieren ist die Zahnwand noch sehr dünn und die Wurzelspitze offen. Stirbt der Nerv ab, stoppt das Wachstum der Zahnwand und der Zahn bleibt dünn und instabil. Die vitale Pulpentherapie ist in diesem Alter die Methode der Wahl, da ein lebender Nerv dafür sorgt, dass sich die Zahnwand weiter verdickt und die Wurzel vollständig ausreift.

Ist der Zahn jedoch schon länger abgebrochen oder Bakterien bereits eingedrungen, bietet die Wurzelbehandlung die sicherste Option, um Infektionen im Kieferknochen zu verhindern und den Zahn dennoch schmerzfrei zu erhalten.

Wurzelbehandlung - Endodontie

Eine Wurzelbehandlung (Endodontie) bei Hunden und Katzen dient dazu, einen strategisch wichtigen Zahn – meist die großen Reißzähne (Canini) oder den Hauptbackenzahn (Prämolar 4) – zu erhalten, wenn dessen Nerv infiziert, abgestorben oder nach einem Unfall freigelegt ist.Statt den Zahn zu ziehen, wird das entzündete Gewebe im Inneren vollständig entfernt, der Hohlraum desinfiziert und der Zahn dicht verschlossen.

Der Ablauf einer Wurzelbehandlung 

Der Eingriff erfolgt unter einer überwachten Vollnarkose und lokaler Schmerzausschaltung. Mittels digitalem Dentalröntgen wird die Wurzelstruktur beurteilt. Hierbei wird geprüft, ob die Wurzelspitze bereits geschädigt ist oder ob z. B. Längsfrakturen vorliegen, die eine Erhaltung unmöglich machen würden.

Dann wird der Zahn wird von oben oder seitlich angebohrt, um direkten Zugang zum Pulpenkanal (dem Nervenkanal) zu schaffen. Mit spezialisierten, biegsamen Endodontie-Feilen wird das abgestorbene oder entzündete Nerven- und Gefäßgewebe bis zur Wurzelspitze präzise entfernt.

Der Wurzelkanal wird in mehreren Schritten mit speziellen Feilen ausgeformt und zwischendurch intensiv mit antibakteriellen Spüllösungen gespült, um sämtliche Keime und Gewebereste zu eliminieren. Nach gründlicher Reinigung und Desinfektion wird der Wurzelkanal getrocknet.

Um ein erneutes Eindringen von Bakterien über den Kiefer oder die Trepanationsstelle zu  verhindern, wird der Hohlraum mit einer Kombination aus einer speziellen Dichtpaste (Sealer) und biokompatiblen Stiften (Guttapercha) passgenau verschlossen.

Anschließend wird die Bohröffnung wird mit einer mehrschichtigen Füllung (z. B. adhäsiver Kunststoff/Komposit) belastbar und flüssigkeitsdicht versiegelt. 

Röntgenkontrollen:

Während des gesamten Behandlungsprozesses sind mehrere Röntgenaufnahmen nötig um die korrekte Tiefe der Feilen im Wurzelkanal und die vollständige Füllung des Kanals bis zur Wurzelspitze zu bestätigen.

Wichtige Voraussetzungen und Nachsorge

  • Röntgenkontrolle nach 4-6 Monaten und nach einem Jahr: Der Erfolg der Behandlung muss nach einigen Monaten röntgenologisch überprüft werden, um sicherzustellen, dass sich keine unbemerkte Entzündung an der Wurzelspitze gebildet hat.

  • Belastbarkeit: Der behandelte Zahn ist nach dem Verschluss voll funktionsfähig. Jedoch sollte zum Schutz der Füllung auf sehr harte Kauartikel verzichtet werden.

Vitale Pulpentherapie

Unter Vitaler Pulpentherapie versteht man eine zahnerhaltende Operation bei der der Zahnnerv erhalten und mit einer Überkappung versorgt wird.

Im Gegensatz zur Wurzelbehandlung (bei der der Nerv abgetötet und ausgeräumt wird) ist das Ziel dieser Behandlung, das lebende Nervengewebe (Pulpa) im Zahninneren zu retten und am Leben zu erhalten.

Wann kommt die Vitale Pulpentherapie infrage?

Damit dieser Eingriff erfolgreich ist, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Der Zahn ist frisch verletzt: Die Zahnfraktur liegt idealerweise nicht länger als 24 bis maximal 48 Stunden zurück.

  2. Der Nerv ist vital und gesund: Es liegt noch keine tief greifende bakterielle Infektion oder ein Absterben des Gewebes vor.

Besonders wichtig bei jungen Tieren: Bei Hunden und Katzen unter 1,5 bis 2 Jahren ist das Zahnwachstum noch nicht abgeschlossen. Die Zahnwand ist dünn und die Wurzelspitze offen. Nur wenn der Nerv lebt, kann der Zahn weiter wachsen und stabil werden.

Der Ablauf

Unter Vollnarkose wird ein Dentalröntgen angefertigt, um sicherzustellen, dass die Wurzel intakt ist, keine Längsfraktur des Zahns vorliegt und der Knochen an der Wurzelspitze noch nicht verändert ist. 

Das an der Bruchstelle freiliegende, leicht verunreinigte Nervengewebe wird im obersten Bereich millimetergenau und unter ständiger Kühlung abgetragen.Die Wunde am Nerv wird spülend gereinigt und die Blutung gestillt. Eine Keimfreiheit ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Auf das blutungsfreie, gesunde Nervengewebe wird direkt ein spezielles, biokompatibles Mittel (z. B. Mineral Trioxid Aggregat / MTA) aufgetragen. Dieses Medikament beruhigt den Nerv und regt ihn an, neues Schutzdentin (Zahnbein) zu bilden.

Über die Schutzschicht wird eine Unterfüllung eingebracht und der Zahn abschließend mit einer mehrschichtigen Kunststofffüllung (Komposit) stabil und keimdicht verschlossen.

Nachsorge und Erfolgskontrolle

Da der Nerv im Zahn verbleibt, muss der Heilungsverlauf zwingend überwacht werden. Nach 3 bis 6 Monaten erfolgt ein Kontrolltermin mit einem Röntgenbild unter kurzer Narkose. So wird geprüft, ob der Zahn lebendig geblieben ist, die Wurzelwand wie gewünscht weiter wächst und der umgebende Knochen entzündungsfrei ist.